Der Trenchcoat - ein zeitloser Herrenmantel

| AUTOR/IN DIESES BEITRAGS Torsten Grom | pro-manschettenknoepfe.de |

Der Trenchcoat

Ein vermeintlich unscheinbares Kleidungsstück für Herren, das es jedoch immerhin zu einem Eintrag auf Wikipedia gebracht hat: Erfunden wurde der Trenchcoat zum Ende des 19. Jahrhunderts in London, mit dem Hintergrund, die englische Armee mit praktischen Herrenmänteln auszustatten. Im ersten Weltkrieg trugen britische Offiziere den Trenchcoat über ihrer Uniform, und grundsätzlich sollte er vor Regen schützen.

Klassischer Trenchcoat Vielleicht hätte von dieser Mantelart kaum jemand Notiz genommen, wäre da nicht Humphrey Bogart gewesen, der vermutlich berühmteste Träger eines Trenchcoats. Wer den Film „Casablanca“ gesehen hat, weiß auch, wofür der Trenchcoat seit einigen Jahrzehnten steht: Für cooles Understatement. Bogart verlieh dem lässigen Herrenmantel definitiv große Popularität, denn mit diesem Film setzte er einen Trend. Fast alle berühmten Detektive der Filmgeschichte tragen Trenchcoats. Detektive sind cool, und deswegen müssen sie einen ebenso coolen Mantel tragen, und da bietet sich dieses Kleidungsstück an. Es hängt aber möglicherweise mit dem grundsätzlichen Stil zusammen, den man bei einem Detektiv voraussetzt. Der Detektiv lebt davon, dass er Menschen beobachtet. Das heißt, er drückt sich oft – zumindest im Film – in dunklen Ecken herum, zieht den Hut ins Gesicht und schlägt den Mantelkragen hoch. Der Trenchcoat verfügt über einen relativ großen Mantelkragen, in dem man das Gesicht sehr gut verbergen kann.

Eine der ersten amerikanischen Fernsehserien, die den deutschen Markt eroberte, drehte sich um den augenscheinlich immer etwas verwirrten Inspector Columbo. Wer die Serie verfolgt hat, weiß: Columbo spielte den verwirrten, netten Naivling natürlich nur. In Wahrheit ist Columbo höchst raffiniert und ausnehmend intelligent. Sein Markenzeichen ist neben seiner schrulligen Art, sich verwirrt an die Stirn zu fassen, der Trenchcoat. In seinem Fall handelt es sich um ein stets zerknittertes Modell, hier und da mit einem Fleck ausgestattet, gelegentlich fehlt ihm auch einmal ein Knopf. Columbo hat den Trenchcoat nach Humphrey Bogart wiederbelebt, doch war er jemals tot?

Im Grunde nicht! Die Machart dieses Mantels stand schon immer für dezentes Understatement. Er ist schon seit vielen Jahrzehnten ein klassisches Kleidungsstück, das schon immer viel Beachtung fand und je nach Verarbeitung und Stil unterschiedlich genutzt wurde. Ein Trenchcoat unterstreicht den persönlichen Stil eines Mannes, und welcher das ist, hängt natürlich von der Verarbeitung ab, vom Stoff, von der Farbe, und in all diesen Fragen natürlich vom jeweiligen Männertyp.

Moderner Trenchcoat Trenchcoats für Herren gibt es in Grautönen zu kaufen, ebenso in olivgrün, in schwarz, in braun, in hellem beige oder in dunkelblau. Ein Trenchcoat hat einen speziellen Schnitt, und dieser muss auch weitgehend beibehalten werden, gleich von welchem Designer ein Modell entworfen wird: Der große Kragen, die zweireihige Knopfleiste, mit der der Mantel durchgängig zugeknöpft werden kann. Der Gürtel in der Taille, der entweder lose geschnürt oder mit einer Schnalle verschlossen wird, sowie die zwei großen Eingriffstaschen rechts und links auf der Vorderseite. Hinsichtlich der gewählten Stoffe ist im dritten Jahrtausend kaum eine Grenze gesetzt: Es gibt Trenchcoats aus Leder, aus Kunstleder, aus dem reiß- und wasserfesten Gabardinestoff, aus leichten, sommerlichen Stoffen, wie auch aus edlem Gewebe aus hochwertiger Wolle. Im Grunde eignet sich jeder Stoff zur Herstellung eines Trenchcoats, der den Mantel in Form bleiben lässt. Schaut man sich Bogart oder Columbo an, sieht man allerdings auch, dass die Form vom Träger bestimmt wird. Der elegantere Typ Mann wird sicher einen edleren Stoff wählen als der Typ Mann, der auf cooles Understatement setzt.

Understatement ist dabei allerdings ein schönes Stichwort, denn eben solches symbolisiert dieser Mantelstil immer. Es ist ein Mantel für Herren, der, je nach persönlichem Stil des Trägers, sowohl Eleganz als auch cooles Understatement ausstrahlen kann. Dabei muss es sich noch nicht einmal um verschiedene Modelle handeln, denn ein Trenchcoat ist wandelbar. Vielleicht ist dieser Mantel auch deswegen seit Jahrzehnten so beliebt, weil er so vielseitig ist. Ein Kleidungsstück, das, unterschiedlich kombiniert, einfach alles zeigen kann, was ein Mann mit seinem persönlichen Kleidungsstil darstellen möchte.
Kombiniert mit coolen Jeans rundet er das lässige Image eines Mannes ab. Er schützt vor Wind und Regen, hält warm und wirkt lässig und sportlich. Es wirkt keinesfalls übertrieben, den Trenchcoat zusätzlich als wärmenden Mantel zu tragen, selbst wenn man zur Jeans noch eine Jeansjacke trägt – der Mantel darüber schenkt nicht nur Wärme und Schutz vor Wind und Wetter, sondern unterstreicht das lässige Outfit und ist bei manchen Wetterlagen vielleicht sogar ratsam.

Klassischer Trenchcoat Kommen wir also zur eleganten Version dieses Mantelstils. Viele Männer fragen sich, ob der Trenchcoat als Teil eines Gesamtoutfits im Business tragbar ist. Die Frage kann man mit gutem Gewissen mit einem „ja“ beantworten. Natürlich darf es sich dann aber nicht um das verbeulte Modell a la Inspector Columbo handeln. Das coole Understatement von Humphrey Bogart hingegen ließe den Trenchcoat allerdings auch zum Anzug zu. Ein Trenchcoat, wenn er im klassischen Stil designt wurde, aus einem edlen, knitterfreien Stoff, ist sehr wohl ein eleganter Herrenmantel. Bei Anzugträgern denken wir automatisch an den Bankangestellten, der uns im klassischen, dunklen Anzug begrüßt. Darunter trägt er ein weißes Hemd und natürlich darf die Krawatte nicht fehlen. Der Bankangestellte im klassischen Sinn trägt auch stets eine Krawattennadel.

Manschettenknöpfe mögen althergebracht erscheinen, und dennoch werden sie von vielen Männern getragen. Sie sind nicht notwendig, aber sie stellen für einen Mann eine Möglichkeit dar, edlen Schmuck zu tragen. Aus diesem Grund werden sie besonders gerne von Männern getragen, die mit beiden Beinen im Business stehen. Über diesem Gesamtoutfit kann man sich den Trenchcoat nicht nur sehr gut aus praktischen Gründen vorstellen: Auch der Bankangestellte hat einen Arbeitsweg und trägt einen wärmenden Mantel. Vielleicht muss er auch gelegentlich im Außendienst Kundenbesuche machen und es versteht sich von selbst, dass auch Männer an kühlen Tagen über ihrem Anzug einen Mantel tragen. Der Trenchcoat passt hervorragend zu diesem Gesamtoutfit, sofern er aus einem edlen Stoff gearbeitet und knitterfrei ist.

Moderner Trenchcoat Nur bezüglich der Farbauswahl und der Kombination des Trenchcoats mit dem Business-Outfit sollten Männer vorsichtig sein. Der lässige hellgraue oder beigefarbene Mantel passt nicht besonders gut zum klassischen, dunklen Business-Anzug. Er kann aber gut mit einem hellen, farblich passenden Anzug kombiniert werden. Das sind allerdings in der Regel lässigere Anzüge, zu denen ein eleganter Mann nur in Ausnahmefällen Krawattennadeln oder Manschettenknöpfe tragen würde. Insgesamt peppt ein hellgrauer oder beigefarbener Mantel einen braunen oder grauen Anzug definitiv auf und wirkt keinesfalls unpassend. Im Gegenteil, er unterstreicht die Eleganz, die auch ein hellerer Anzug ausstrahlen kann.
Zum klassischen, dunklen Anzug sollte natürlich ein ebenso dunkler Mantel getragen werden. Herren, die ihr Business-Outfit mit einem eleganten Mantel abrunden möchten, können sich daher mit gutem Gewissen für einen Trenchcoat entscheiden. Allerdings sollten Sie sich für Gabardine entscheiden: Knitterfrei, reißfest und wasserfest sieht man einem Trenchcoat aus diesem Stoff an, dass er edler Herkunft ist.

Kommen wir abschließend noch einmal zur vorhin getätigten Aussage, dass ein Trenchcoat wandelbar ist. Das ist er tatsächlich, allerdings nicht alle Modelle. Der eher lässige Mantel aus knitterigem Sommerstoff in coolem olivgrün sieht klasse aus zur Jeans. Zum Anzug ist er ein absolutes No Go. Umgekehrt allerdings kann ein elegantes Modell vom Designerlabel und aus edlem Gabardine natürlich zur lässigen Jeans getragen werden. In diesem Stil getragen wirkt der edle Mantel wesentlich lässiger – und veredelt gleichzeitig das Jeansoutfit. Männer, die gerne Mäntel tragen, sollten aber, um immer perfekt gekleidet zu sein, den passenden Trenchcoat zu jedem Anlass im Schrank haben, das bedeutet: Abhängig vom bevorzugten Kleidungsstil einen für geschäftliche Anlässe – und einen, der eher privat getragen werden kann. Ein Trenchcoat ist niemals eine Fehlinvestition, denn er zählt zu den klassischen Herrenmänteln, die auch 20 Jahre nach dem Kauf noch problemlos getragen werden können. Sie werden einfach niemals unmodern. Der Trend geht seit vielen Jahren übrigens auch in Richtung Jacken - viele heute moderne Jacken für Herren weisen den Schnitt eines Trenchcoats auf.

Für Designer wird es jedenfalls auch in den nächsten Jahrzehnten noch genügend Ideen geben, um diesen Mantel nicht unpopulär werden zu lassen.

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