| AUTOR/IN DIESES BEITRAGS Torsten Grom | pro-manschettenknoepfe.de |

Alles über Bart & Business

Bärte unterliegen wie jede andere Modeerscheinung dem Geschmack des Zeitgeistes, dessen Geheimnisse nicht zu ergründen sind. Trendforschern oder Philosophen wird die Kulturgeschichte des Bartes ein ewiges Mysterium bleiben. Während der Rauschebart vor hundert Jahren die Autorität seines Trägers demonstrierte, wurde er Dekaden später zum Symbol revolutionärer Gesinnung und der Träger geriet in den Verdacht, Staat und Altar zu untergraben. Und heute? Man(n) trägt wieder Bart. Das von der Kulturwelt totgesagte Accessoire der Männlichkeit erlebt eine Renaissance. Während Trendsetter noch vor Jahren den femininen Mann zum Schönheitsideal stilisierten, präsentieren Männer heute stolz ihr Barthaar. Maskulinität statt Unisex lautet die Devise. Die viel propagierte androgyne Konformität der Geschlechter ist der Differenzierung der Körperbilder gewichen. Waren es anfangs nur Schauspieler und Highsociety-Größen, die ihre Gesichtsbehaarung auf dem roten Teppich oder in Hochglanzmagazinen präsentierten, haben Bärte den Mainstream erobert und sind omnipräsent. Bart_im-Business

Bärte und Karriere

Bärte liegen im Trend. Aber auch im Business? Gelten hier die gleichen Regeln wie im Mainstream oder herrschen auf dem Parkett der Führungsetagen andere Gesetze? Diese Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten und erfordert eine differenzierte Betrachtung. Generell ist zu beobachten, dass der Bart im Business angekommen ist. Anstelle einer glatt rasierten Gesichtshaut signalisiert der Bart positive maskuline Tugenden wie Selbstbewusstsein, Tatkraft und Durchsetzungsvermögen. Eigenschaften, die einen erfolgreichen Mitarbeiter auszeichnen. Der Bart ist daher das perfekte Attribut für das Erklimmen der Karriereleiter.
Die positiven Assoziationen, die mit Bärten verbunden werden, finden aber nicht in allen Bereichen des Business die gleiche Akzeptanz. In konservativen Kreisen der Wirtschaft verstoßen Bärte gegen Stylingregeln. Im Consulting, in der Finanzbranche oder in der gehobenen Gastronomie entsprechen Bartträger nicht den Vorstellungen der Geschäftsleitung. Bärte sind teils noch mit Vorurteilen behaftet, die von irrationalen Einschätzungen begleitet werden. So wird dem Bartträger unterstellt, er habe etwas zu verbergen oder würde, getrieben von männlichem Dominanzstreben, skrupellos agieren. So abstrus die Psychologisierung auch sein mag, so hartnäckig halten sich die Vorurteile. Wer eine Karriere in der Unternehmensberatung anstrebt oder die obersten Sprossen der Karriereleiter erklimmen möchte, sollte laut Studien führender Experten für Business Behaviour auf die tägliche Rasur nicht verzichten.



Die Außenwirkung des Bartes hängt nicht ausschließlich von der Branche ab, sondern auch von der Position, die der Bartträger innehat, respektive einnehmen möchte. Die Bartfrage korreliert hier mit der Stellung im Unternehmen. Beim Durchblättern der Managermagazine fällt auf, dass das Barthaar in höheren Etagen sehr ausgedünnt ist. Wenn auch Molière einst meinte: Macht ist da, wo die Bärte sind – sind sie heute im höheren Management und in den Vorstandsetagen eine Rarität. Ausnahmen wie Daimler-Chef Zetsche, der seinen Schnauzer zur Marke stilisiert hat, stellen zwar eine Ausnahme dar, sind aber nicht die Regel. Galten vor 100 Jahren markante Bärte noch als Accessoire der obersten Hierarchieebene, zeichnen sich heute die Gesichter der oberen Zehntausend durch glatte Rasur aus.
Aller Vorurteile zum Trotz hat sich in der modernen Geschäftswelt herumgesprochen, dass Bartträger keine suspekten Charaktere sind, sondern Männer, die ihren eigenen Stil haben und stolz das Attribut der Maskulinität tragen. Modern eingestellte Unternehmen sehen im Bart einen Ausdruck von Individualität und Selbstbewusstsein. So lange der Bart gepflegt ist und sein Träger einen guten Job macht, werden Bärte toleriert. In der modernen Berufswelt sind Bärte angekommen und stehen für den Erfolg ihrer Träger, die sich mit Durchsetzungskraft und ausdrucksstarker Persönlichkeit eine Position in der Geschäftswelt erobert haben.
Mann-mit Bart In jungen, modernen Branchen, die sich im digitalen Zeitalter auf dem Markt etabliert haben, ist die Bartfrage oftmals keine Frage bei der Einstellung oder bei der Beförderung. Auch in kreativen Unternehmen sind Bärte längst kein Thema mehr und das Barthaar erfährt hier teilweise exotische Auswüchse. Fazit: Bis auf wenige Ausnahmen ist die glatte Rasur passé. Der gepflegte Bart ist im Business angekommen und auf dem besten Weg, die höheren Etagen zu erobern. Der Bart ist für Männer daher nicht a priori ein Hindernis auf der Karriereleiter, sondern unterstreicht natürliche Autorität und signalisiert Durchsetzungsvermögen. Bärte repräsentieren damit Eigenschaften, die für den beruflichen Erfolg unabdingbar sind. Viele Unternehmen haben ihre Dresscodes gelockert und die Prioritäten verlagert. Die Leistung der Mitarbeiter und der Wohlfühlfaktor im Unternehmen sind angestaubten Regeln gewichen. Von Relevanz sind Selbstbewusstsein und Stilsicherheit, die Männer insbesondere mit ihren Bärten zum Ausdruck bringen.

Die erste Vorstellung

Bart_im-Business Bärte sind in der Geschäftswelt angekommen. Aber wie sieht es aus, wenn Man(n) noch nicht angekommen ist und erst in das Berufsleben starten möchte? In einem modernen Unternehmen sind Bärte keine Frage der Einstellung mehr. Bei der Bartfrage sind aber Branche und die angestrebte Position von Relevanz. Wer einen tadellosen beruflichen Werdegang sein Eigen nennt und mit sehr guten Noten brilliert, kann Barthaar riskieren. Wie bei jeder Bewerbung ist die Qualifikation nicht das alleinige Kriterium. Sympathie, Auftreten und Gemeinsamkeiten mit dem Vorgesetzten wie ein Studium an derselben Universität, können sehr viele Pluspunkt bringen. Eine Gesichtsfrisur ist kein Kriterium für eine Ablehnung. Grundsätzlich gelten für Bewerber und Berufsanfänger die gleichen Regeln wie für ältere Hasen, die bereits im Sattel sitzen. Auch hier kommt es auf die Bartform und auf die Bartpflege an. Männer können sich durchaus auch mit einem wilden Vollbart vorstellen – wenn sie sich auf einen Posten als Schäfer bewerben. Was für den beruflichen Alltag gilt, sollte insbesondere bei einem Vorstellungsgespräch beachtet werden: Eine gepflegte Äußere Erscheinung ist das A und O. Dennoch gelten bei einer Bewerbung und bei einem Vorstellungsgespräch etwas strengere Regeln. Barthaar wird mitunter nicht gern gesehen. Bärte sind aber selbst in konservativen Branchen kein ausschließliches Kriterium dafür, ob eine Bewerbungsmappe aussortiert wird. Selbst dann, wenn der Bart als ein negatives Kriterium aufgefasst wird, bedeutet er noch nicht das Aus. Unsichere Kandidaten können nackt antreten und sich nach der Probezeit mit einem Bart kleiden. Wer einen Job und einen Bart hat, kann beides behalten. Wer höher hinaus will, sollte jedoch den Bart tragen, der in dem Job angebracht ist, den er haben möchte.

Bärte und Zeitgeist

Ob das Tragen eines Bartes en vogue ist, unterliegt ebenso dem Zeitgeist wie die Form des Bartes. Zierten um 1900 Vollbärte die Gesichter der Männer von Welt, war die wallende Pracht Jahrzehnte später Statussymbol des revolutionären Bürgerschrecks. Auch heute unterliegen Bärte dem Geschmack der Zeit. Drei-Tage-Bärte waren einst die schlimmste Ausprägung der Gesichtsbehaarung und nach Volkes Meinung Wildwuchs in ungewaschenen Gesichtern von Underdogs. Bei entsprechender Bartpflege sind sie heute salonfähig. Auf der Beliebtheitsskala rangiert er unangefochten auf Platz eins. Ein kultivierter Drei-Tage-Bart wird sowohl in einer hippen Werbeagentur getragen als auch in Führungsetagen großer Konzerne. Er passt sich dabei einem lässigen Sakko ebenso an wie einem Nadelstreifenanzug.



Der Zeitgeist bringt heute viele Varianten und Stilblüten hervor. Im Job sollten Bartformen aber mit Bedacht gewählt werden. Exotische Bärte sind etwas für Individualisten, nicht für Karrieristen. Wie auch immer der Zeitgeist tickt, es gibt auch für Bärte ein No Go im Business. Ein dünnes Oberlippenbärtchen könnte in der Chefetage sehr schnell kratzen. Die betonte Coolness wirkt leicht affektiert und verleiht dem Träger mitunter den Charme eines halbseidenen Gebrauchtwagenhändlers. Ein kleiner senkrechter Bartstreifen wie der „Chin Puff“ und seine kürzere Variante, der „Soul Patch“, wirken lässig aber auch etwas verrucht. In der Finanzbranche und im Consulting daher nicht besonders Vertrauen erweckend. Das gleiche gilt für den langen Schnauzer à la Fu Manchu. Er hinterlässt zwar Eindruck, aber nicht in der Chefetage. Barttypen wie „D´Artangnan“ oder „Victor-Emanuel“ sind die perfekte Gesichtsfrisur für angehende Musketiere, die sich damit aber kaum einen Platz in der Riege der Führungskräfte erobern werden. Auch das Tragen eines Kinnbartes wie der „Goatee“, sollte im Job wohl überlegt sein. Die umgangssprachliche Bezeichnung „Ziegenbart“ besagt bereits alles. Voluminöse Barttracht ist ebenfalls nicht Business-Kompatibel. Vollbärte wie der „Ducktail“ oder „The ZZ“ verbergen zu viel vom Gesicht. Beim zwischenmenschlichen Kontakt fällt es dem Gegenüber schwer, die Mimik zu entschlüsseln.Mann-mit Bart Eine auf Vertrauen basierende Kommunikation kann hier nicht zustande kommen. Darüber hinaus umgibt auch ein gepflegter Vollbart den Träger mit der Aura von Nonkonformismus und Wildheit. Aber welches Unternehmen möchte einen wilden Mann in den Reihen der Führungskräfte? Bartformen, die in moderater Länge bis zu drei Zentimetern Kinn und Wangen bedecken wie der „Rap Industry Standard“ oder die “Schifferkrause“, sind im Business tragbar. Sie statten ihre Träger mit den positiven Eigenschaften wie Dynamik, Durchsetzungskraft und Autorität aus. Attribute, die in der Geschäftswelt gefragt sind. Insbesondere beim „Hollywoodian“ ist der Name Programm. Hier paaren sich Eleganz und Maskulinität. Er verleiht seinem Träger das Flair des modernen Gentlemans und erfolgreichen Geschäftsmannes mit einem Hauch von Abenteuer. Er ist mit jedem Dresscode kompatibel. Ob „Business“ oder „Come as you are“ - mit diesem Bart ist Man(n) immer perfekt gekleidet. Bärte wie „Hollywoodian“, „Rap Industry Standard“ und der Drei-Tage-Bart gehen mit elegantem Outfit eine perfekte Symbiose ein. Da ein Stil insbesondere durch Details zum Ausdruck kommt, runden Accessoires wie Manschettenknöpfe und Krawattennadeln das Erscheinungsbild ab. Die Eleganz wird durch den Bart nicht nur unterstrichen. Mit seinem maskulinen Charakter setzt er Akzente. Beispiel für diese stilsichere Eleganz ist der Malerfürst Markus Lüpertz. Mit Bart, maßgeschneidertem Zwirn, Krawattennadel und Manschettenknöpfen präsentiert er par excellence den perfekten maskulinen Gentleman.

Klare Kante zeigen

Wie beim Outfit steht das gepflegte Aussehen auch beim Bart im Vordergrund. Wildwuchs und Gestrüpp sind genauso deplatziert wie braune Schuhe und weiße Socken, zumindest, wenn Man(n) Karriere machen möchte. Wer mit Bart oben ankommen möchte, muss ihn pflegen. Oberste Regel bei der Bartpflege ist die klare Kante. Ein Stufenloser Übergang vom Bart- zum Brusthaar hat den urwüchsigen Charme eines Neandertalers. Da die Zeiten vorbei sind, in denen Mann mit Speer und Faustkeil für den Lebensunterhalt sorgte, sollte das Gesichtshaar nicht über die die Halslinie hinauswachsen. Da Barthaare nicht gleichmäßig wachsen, sollte auch das Trimmen zur täglichen Bartpflege gehören.

Der Stil ist der Mensch

Bei Bärten gilt der gleiche Grundsatz wie bei der Kleidung: Sie muss zum Typ passen. So wie das Outfit authentisch sein und zum Träger passen muss, sollten auch Bärte und ihre Träger eine harmonische Verbindung eingehen. Bei der Form des Bartes ist auch die Physiognomie des Gesichts ein relevanter Faktor. Mit einer unpassenden Bartform kann der Träger schnell zur Karikatur mutieren. In einem fülligen Gesicht kann ein „Chin-Strap“, der sich als schmaler Streifen um Kinn und Wangen windet, schnell wie ein aufgesetzter Pelzkragen wirken. Wenn ein Kinnbart neben dem Kinn auch das Doppelkinn ziert, ist ein kritischer Blick in den Spiegel angebracht.

Bärte bieten aber auch viele Vorteile in Sachen Körperästhetik. Runde oder lange Gesichtsformen können durch eine gut gewählte Bartform optisch korrigiert werden. Wenn sich ab 40 die Schwerkraft unschön bemerkbar macht, können schlaffe Wangen durch einen Bart wunderbar kaschiert werden. Der Träger wirkt damit jünger und dynamischer. Im Gegenzug wirkt das Knabengesicht eines frisch gebackenen Uni-Absolventen mit Gesichtshaar reifer. Aber auch hier gilt, was bereits im alten Rom bekannt war: Der Bart macht noch keinen Philosophen. Er muss zum Typ und zum Charakter passen. Ein weicher Händedruck lässt jeden noch so kernigen Bart verblassen. Bärte sind im Business angekommen. Da sie das sichtbare Symbol der Männlichkeit sind, sollten Männer zu ihren Bärten stehen.

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