| AUTOR/IN DIESES BEITRAGS Philip Lücke | pro-manschettenknoepfe.de |

Bartpflege & Rasur

Ein glatt rasiertes Gesicht beziehungsweise einen gut gestutzten, dezenten Bart empfinden die weitaus meisten Frauen als maskulin und attraktiv. Und da die große Mehrheit der Männer diese Ansicht teilt, greifen über 90 % der deutschen Männer zur Rasierklinge oder zum Rasierapparat und freuen sich über ein glattes Gesicht.

Aber war das schon immer so? Welche Rasurtechniken gibt es und worauf muss man bei der Rasur achten? Was gilt nach der Rasur? Und reicht eine Rasur aus, damit man(n) als seriös wahrgenommen wird?

Wir nehmen all diese Fragen genauer unter die Lupe!

Eine Idee, fast so alt wie die Menschheit

Der Begriff „Rasur“ stammt vom lateinischen Wort „rasura“, „kratzen oder schaben“ ab und spielte im antiken Rom eine wichtige Rolle bei der umfassenden Körperpflege des Mannes.
Nichtsdestotrotz ist die Rasur keine römische Erfindung; sie wurde schon von den Steinzeitmenschen vor gut 30.000 Jahren vor Christus praktiziert. Zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht mit einer modernen Rasierklinge, sondern einem Flintstein.
Die Gründe dafür waren sowohl hygienischer als auch kulturelle Natur, denn die eingekerbte Haut bot Farbpigmenten Platz, die den Eindruck einer Tätowierung erweckten.

Der Grundstein für die Weiterentwicklung der Rasur war damit gelegt – und die Ägypter hatten die nächstbessere Idee: Nachdem in der Bronzezeit entsprechende Messer zur Rasur genutzt wurden, erfanden sie Messer aus Gold oder Kupfer, die noch schärfer waren.
Praktisch, weil in der Pharaonenzeit nicht nur ein haarloses Gesicht, sondern ein komplett haarloser Körper en vogue war. Dementsprechend rasierten sich sowohl Männer als auch Frauen komplett und trugen anschließend wohlduftende Öle zur Hautpflege auf.
Die einzige Ausnahme in diesem Szenario bildete der Pharao mit seinem Kinnbart. Aber auch er war ansonsten komplett glatt rasiert, galt eine entsprechende Optik doch als Zeichen von Schönheit, Stärke und einem guten Geschmack.

Ähnlich sahen es auch die alten Griechen und Römer: Sie sahen die Rasur als einen Ausdruck von Zivilisation und Jugend, Bärte als eher barbarisch an – im Gegensatz zu den Mazedoniern, für die ein Bart ein Symbol der Weisheit war, weshalb er nur von Philosophen und alten Männern getragen werden durfte.

Eine vergleichbare Einstellung zum Bart als Zeichen von Macht und Stärke hatten die Germanen und Franken am Ende der Antike und zu Beginn des Mittelalters: Bei ihnen durfte nur der Heerführer beziehungsweise König einen Bart als Kennzeichen seiner Herrschaft tragen – folgerichtig fassten sie es als Schande auf, wenn er vom Gegner nach einer verlorenen Schlacht zwangsweise rasiert und damit symbolisch entmachtet wurde.

Allerdings verlor der Bart in den folgenden Zeiten wieder zunehmend an Bedeutung und so war es konsequent, dass gegen Ende des Mittelalters die Rasur wieder in Europa und vor allem in Arabien angesagt war.
Durch die Erfindung, genauer gesagt durch die Verbesserung bereits vorhandener einklappbarer Rasiermesser, entstand im 17. Jahrhundert ein kompletter Berufsstand, der sich nur mit der männlichen Gesichtspflege befasste: Der Barbier.
Seine Arbeit fand in eigens dafür eingerichteten Geschäften statt, die schnell zu beliebten Treffpunkten der gesellschaftlich höher angesehenen Männer wurden.

Doch damit ist die Geschichte der Rasur noch lange nicht an ihrem Ende angekommen: 1901 entwickelte der Amerikaner King Camp Gilette die erste Einwegrasierklinge; 1930 kam der erste elektrische Rasierapparat auf den Markt, der 1939 von Philips mit einem rotierenden Drei-Klingen-System ausgestattet wurde und die Mutter aller modernen elektrischen Modelle darstellt.

Und heute? Ist die Rasur gefragter denn je, zumal ein Bart immer mehr als rein modisches Accessoire durchgeht - im Berufsleben aber in den allermeisten Fällen immer noch ein glattes Gesicht angesagt ist.
Kein Wunder also, dass man(n) immer größeren Wert auf eine sanfte und gründliche Rasur legt – so sieht man(n) einfach immer bestens gestylt und gepflegt aus.
Apropos gründlich…

Welche Rasurtechniken gibt es und welche bietet sich für wen an?

Nass oder trocken, das ist hier die Frage. Grundsätzlich hängt ihre Beantwortung davon ab, welcher individuelle Hauttyp vorliegt.

Die Trockenrasur

bietet sich vor allem für Männer an, die über einen leichten bis mittleren Bartwuchs verfügen und zu trockener oder empfindlicher Haut neigen.
Sie lohnt sich aber auch dann, wenn die Haut zu Infektionen oder Akne tendiert, weil die Trockenrasur die Haut weniger stark reizt als die Nassrasur.
Da die Haare aber nur oberflächlich entfernt werden, ist die Haut nach der Trockenrasur jedoch nicht ganz so glatt.

Von großer Bedeutung bei der Trockenrasur ist die Verwendung eines geeigneten Preshave-Produkts.
Dabei handelt es sich um ein Alkohol-Wasser-Gemisch, das das Haarkeratin aushärten lässt. In der Folge werden die Barthaare fester, richten sich auf und können leichter mit einem elektrischen Rasierapparat abrasiert werden.
Deswegen sollte man im Gegensatz zur Nassrasur das Gesicht zwar vor dem Rasurvorgang reinigen, aber auch wieder gut trocknen lassen.

Die Nassrasur

ist sowohl mit einem Rasiermesser als auch mit einem Nassrasierer möglich. Rasiermesser, wie sie beispielsweise in Arabien verwendet werden, sind außerordentlich scharf und gewährleisten eine besonders gründliche Rasur – allerdings sind sie auch besonders gefährlich. Wer also ein Rasiermesser verwenden möchte, übt am besten zunächst unter fachkundiger Aufsicht.
Nichtsdestotrotz ist die Nassrasur mit einem Mehrfach-Klingen-System immer noch sehr gründlich und gelingt umso besser, je feuchter die Haut ist.
Aus diesem Grund weicht man die Haut vor der Rasur mit viel warmem Wasser ein. Papas Tipp mit dem kalten Wasser war sicherlich gut gemeint, stimmt allerdings nicht ganz – das Wasser muss tatsächlich warm sein, damit die Haut wirklich passend reagiert.

Im Anschluss daran trägt man eine Rasiercreme, Rasierschaum oder Rasierseife auf. Rasierseifen schäumen sehr fein und eignen sich vor allem für harte, kräftige Barthaare; Rasierschaum hingegen hat eine festere und cremigere Textur.
Da sich die meisten Männer für Rasierschaum entscheiden, hier noch ein Tipp: Hochwertige Produkte fallen nur langsam zusammen und bleiben über die mindestens dreiminütige Einwirkzeit problemlos stabil. Stärker behaarte Stellen müssen als Erstes bedeckt werden, damit der Rasierschaum genug Zeit zum Haare-Weichmachen hat.
Besonders gut funktioniert das Auftragen mit einem Rasierpinsel, weil dieser die Durchblutung der Haut unterstützt und den Peelingeffekt der Rasur zusätzlich verstärkt.

In puncto Rasur-Reihenfolge gilt: Immer zuerst die Stellen mit den dünneren Barthaaren rasieren, um den dickeren Stoppeln etwas mehr Einwirkzeit zu gönnen. Daraus ergibt sich in den meisten Fällen der Ablauf Wangen – Hals – Oberlippe – Kinn.

Ebenfalls wichtig ist die richtige Rasurtechnik: Bei vielen Barthaaren oder einem mehrtägigen Rasurverzicht lohnt es sich, den Bart vor der kompletten Rasur zu trimmen. Anschließend ist das Glattrasieren deutlich einfacher.
Zu Beginn der Rasur folgt man optimalerweise der Haarwuchsrichtung. Dadurch entfernt man zwar im ersten Gang nicht ganz so viele Haare, die Haut ist allerdings auch nicht ganz so schnell irritiert und die Gefahr von Schnitten minimiert sich. Anschließend kann man bei der zweiten Runde immer noch gegen die Wuchsrichtung – oder einfach von links nach rechts beziehungsweise umgekehrt – vorgehen.

Darüber hinaus sollte man die Haut im Sinne der Schaffung einer glatten und festen Oberfläche anspannen und nicht zu feste mit dem Rasierer aufdrücken, da man das Haar ansonsten eher ausreißt als es abzuschneiden.
Diese Aspekte gelten übrigens auch für die Trockenrasur.

Nach der Rasur ist vor der Pflege

Da die Rasur, insbesondere die Nassrasur, den Säureschutzmantel der Haut angreift und zu Reaktionen wie Pickeln oder roten Flecken führen kann, ist die Verwendung eines Aftershaves sehr zu empfehlen.

Bei Aftershaves gibt es verschiedene Varianten, unter anderem
• Soothing Aftershaves für empfindliche und trockene Haut, die sowohl kühlen und beruhigen – und sich wegen ihres niedrigen Alkoholgehalts bei häufigen Rasuren und starkem Bartwuchs bewährt haben und
• Moisturizing Aftershaves, die über eine reizlinderne, heilungsfördernde und feuchtigkeitsspendende Wirkung besitzen. Also optimal für gereizte Haut sind.
Die Anwendung ist ebenfalls ganz einfach: Ein wenig Aftershave auf die Handflächen geben und gleichmäßig dünn auf Gesicht und Hals verteilen. Ein leichtes Brennen ist unbedenklich, da es vom hohen Alkoholgehalt ausgelöst wird – und dieser die Haut wiederum vor Rasurbrand und Entzündungen bewahrt.

Und wenn doch einmal etwas ist? Schnelle Hilfe bei Rasurproblemen

Trotz aller Pflege und Sorgfalt kommen kleinere Probleme in den erotischsten und bestgepflegten Männergesichtern vor. Hier daher eine kleine Übersicht, wie die Lösungen für die am weitesten verbreiteten Fälle aussehen.

Rasurpickel und Rötungen

In beiden Fällen sind empfindliche Haut und / oder zu stumpfe oder schlecht gereinigte Klingen die Ursache.
Meistens hilft die Verwendung von Anti-Pickel- beziehungsweise Anti-Rötungs-Pflegeprodukten, die Rasur in Wuchsrichtung und ein generell vorsichtiges Vorgehen. Bereits entzündete Stellen müssen bei der Rasur übrigens ausgelassen werden.

Eingewachsene Barthaare

beruhen oft auf einer ungeschickten Rasur, indem beispielsweise gegen die Wuchsrichtung oder ohne System rasiert wurde. Dadurch verbiegt sich der Haaransatz und das Haar wächst unter die Haut statt nach außen.
Ist dies tatsächlich der Fall, sollte man den Bart über Nacht mit einer Creme aufweichen und am nächsten Morgen das Gesicht peelen. Bis zur Entfernung der Haare rasiert man(n) sich nun ausschließlich in Wuchsrichtung und verzichtet am besten auf alkoholhaltige Pflegeprodukte.

Und, last, but not least: Der Klassiker – Schnittverletzungen

Schnittverletzungen machen einen Großteil der Wunden beim Rasieren aus. Sie lassen sich meist auf Unachtsamkeiten oder schlechte Rasierklingen zurückführen.
Sobald man einen Schnitt und eine Blutung feststellt, feuchtet man einen Alaunstein an, streicht damit über die Wunde und stoppt dadurch die Blutung.
Bis die Wunde abgeheilt ist, sollte man an dieser Stelle auf Aftershaves verzichten.

Die Rasur ist aber noch nicht alles! Was macht einen Mann zu einem echten Mann?

Zweifelsfrei stellt ein gepflegt-rasiertes Gesicht den ersten Schritt zu einem seriösen und ernst zu nehmenden Auftreten als Mann dar. Ein weiterer relevanter Aspekt ist jedoch auch der richtige Dress: Was wäre das morgendliche Hygiene-und-Ankleidungsritual ohne das passende Outfit?

Ein perfekt sitzender Anzug mit harmonisch auf ihn abgestimmten Details wie einer Krawattennadel und Manschettenknöpfe ist zeitlos schick und unterstreicht den Charakter seines Trägers und lässt ihm und seiner Performance dennoch genug Raum. Gute Körperpflege und ein entsprechendes Styling gehen eben Hand in Hand.

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