Style der 20er Jahre: Peaky Blinders

| AUTOR/IN DIESES BEITRAGS Torsten Grom | pro-manschettenknoepfe.de |

Dress like a Peaky Blinder

Die TV-Serie Peaky Blinders spielt in den 20er- Jahren und erzählt die Geschichte der Gangs of Birmingham. Geprägt durch die schwierige Nachkriegszeit und das dunkle Milieu zeigt sich die Bekleidung der Protagonisten daher eher schwer und düster.
Vintage Anzug mit Reverse Männer tragen Anzüge mit Revers und zugeknöpfter Weste, die meistens aus einem festen Tweedstoff bestehen und oft mit Fischgrätmuster versehen sind. Während die Sakkos eher passend geschnitten sind, ist die Form der Hosen weit und gerade. Die darunter getragene Weste sitzt eng und wird immer korrekt zugeknöpft getragen. Die Hemden geben meistens den einzigen hellen Kontrast zur gesamten Bekleidung, und wirken mit ihrem abgerundeten Kragen und den etwas weiteren Ärmeln fast wie eine Bluse. Sie können einfarbig oder auch längsgestreift sein.

Das helle Hemd und die darüber getragene zugeknöpfte Weste ist heute noch ein Zeichen von Eleganz. Allerdings werden leichtere Materialien verwendet und sie werden oft aus glänzenden Stoffen hergestellt. Der Hemdkragen hat sich in seiner Form verändert. Die Enden laufen spitz zu und sind breiter gearbeitet.

Bei den beiden Anführern der Bande, Thomas und Arthur Shelby, fällt auf, dass sie die Hemden bis obenhin zugeknöpft tragen, allerdings ohne ein schmückendes Beiwerk. Die Wirkung des Gesamtbildes ist dadurch streng, aber durchaus elegant und jugendlich.

Der Gegenspieler der beiden, der Polizei-Ermittler Chester Campbell, hingegen betont den Kragen mit einer oft gleichfarbigen Fliege und wirkt dadurch seriöser aber auch strenger.



Den Hemdkragen mit Fliege oder später auch einer Krawatte zu versehen, galt und gilt immer noch als gesellschaftlich notwendig und für jeden Mann, der etwas darstellen wollte und will, ist dies selbstverständlich. In der heutigen Zeit wird die Etikette nicht mehr ganz so streng ausgelegt und zumindest im privaten Bereich kann ein eleganter Anzug zwar mit Hemd aber durchaus auch einmal ohne Krawatte oder Fliege getragen werden. Das klassische Kleidungsstück gehört aber immer noch zu jeder Herren-Garderobe unbedingt dazu.

Unterstrichen wird die gedrungene Gestalt des Ermittlers noch durch einen dunklen, meist schwarzen Wollmantel, der über dem Anzug getragen wird, und der bei kleineren Personen durchaus auch fast bis zu den Schuhen reichen kann. Obwohl dieser mit Holzknöpfen versehen ist, wird er kaum zugeknöpft.

Tweed Anzüge und lange Wollmäntel sind heute eher seltener zu sehen. Die Anzüge sind aus feinerem Material und vor allem die Hosen figurbetonter geschnitten. Durch die sportlichere Mode unserer Zeit, die durchaus auch elegant sein kann, ist der Anzug eher für festliche Anlässe vorgesehen. Mäntel für den Mann gibt es nach wie vor, allerdings sind sie kürzer und leichter, und es fehlt manchmal sogar die Knopfleiste.

Kopfbedeckung für den MannIn der Serie haben die Protagonisten fast in jeder Szene eine Kopfbedeckung, wobei diese hier eine ganz besondere Rolle spielt. Die beiden Anführer der Bande bevorzugen sogenannte Schiebermützen, in deren vorderen Teil eine Rasierklinge (peak) versteckt wird, um sie im Notfall als Waffe benutzen zu können.
Die Schiebermütze ist eine Schirmmütze mit flachem Dach und ihr Namen ist abgeleitet von dem Wort "Vorarbeiter", der zu dieser Zeit auch "Schieber" genannt wurde. Sie sollte vorne die Augen vor Staub und Dreck schützen, und war hinten oft zusätzlich mit einem Schutz für den Nacken versehen. Ein weiterer praktischer Aspekt war, dass man sie leicht zusammenlegen und in eine Tasche stecken konnte.

Heute werden Schiebermützen als modisches Utensil bezeichnet und werden in bestimmten Kreisen als modisch schick angesehen. In den Modemetropolen wie Berlin, New York oder London erobert sie als trendige Kopfbedeckung die Modewelt.
Es gab aber auch Zeiten, in denen sie als spießige Kopfbedeckung für ältere Herren galt. In der Jagd- und Sportbekleidung fand und findet sie zu jeder Zeit viele begeisterte Fans.

In unserer Serie trägt Chester Campbell als Polizist eine andere Form der Kopfbedeckung, nämlich einen schwarzen Hut mit Krempe. Diesen Stoff- oder Filzhut trägt er tief ins Gesicht geschoben und unterstützt hierdurch seine düstere Erscheinung.

Der Hut als Kleidungsstück ist je nach Land und Mentalität der Menschen ein Ausdruck der eigenen Persönlichkeit. Nicht wegzudenken ist er vor allem in Ländern wie zum Beispiel England, wo er beim Besuch eines Pferderennens, egal in welcher Form, ein absolutes Muss darstellt. Im alltäglichen Leben entscheidet jeder für sich selbst, welche Kopfbedeckung er tragen möchte um sich wohlzufühlen. Den Hut in Melonenform der 20er findet man noch heute, er hat aber in der Modewelt keine so große Bedeutung mehr.

Wenn wir bei unserem Protagonisten Campbell bleiben, so fällt auf, dass bei ihm als Accessoire stets eine Uhrkette in seiner Westentasche sichtbar ist. Dies wirkt korrekt und seriös, immer die Zeit im Blick, und oft hängt an einer goldenen oder silbernen Kette auch eine besonders wertvolle Uhr, oder zumindest ein Erbstück, dass einen ideellen Wert besitzt. Ein weiteres wichtiges Detail bei der Kleidung unseres Polizei-Ermittlers sind die Manschettenknöpfe, die den korrekten Sitz seiner Hemdsärmel gewährleisten. Die Befestigung und Handhabung wurde durch die Erfindung eines Klapp-Knebels erleichtert, und der Manschettenknopf konnte so auch einhändig geschlossen werden.

Geschichte der Manschettenknöpfe


Vintage Manschettenknöpfe Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts galt das Tragen von Krägen und Manschettenknöpfen als besonderer Status in der Gesellschaft. Bis zum 15. Jahrhundert zurück geht seine Entstehungsgeschichte. Anfänglich noch mit geknoteten Bändern zusammengehalten, wurde der Manschettenknopf zum Statussymbol. Gold- oder Silberknöpfe mit oder ohne Verzierung, manchmal auch mit Edelsteinen besetzt, gehörten für den modebewussten und wohlhabenden Mann zum alltäglichen Erscheinungsbild. Obwohl sich schon seit längerer Zeit viele modische und festliche Hemden mit einem einfachen Knopf verschließen lassen, haben die Manschettenknöpfe durchaus immer noch eine große Bedeutung. Als wertvolles und individuelles Geschenk beliebt, werden sie auch von Designern handgefertigt. Dabei sind der Fantasie der Hersteller keine Grenzen gesetzt. Ob mit integrierter Uhr oder ausgefallenem Monogramm, der Manschettenknopf ist heute mehr Schmuck als nützliches Beiwerk.

Ein wesentlich einfacheres, aber nützliches und witziges Accessoire sind bei unseren Darstellern die Hosenträger. Sinnvoll deshalb, weil die sichtlich weiten Hosen der Bandenmitglieder, zumindest dem Eindruck nach, vor dem Herunterrutschen zurückgehalten werden müssen. Und was ist dafür besser geeignet als ein fester Hosenträger?

Heute findet man sie vor allem als witziges Accessoire bei flippigen Hosen oder lässig bei Arbeitskleidung. Auch die Sport- und Skimode macht vor den Hosenträgern nicht halt. Viele Frauen lieben Latzhosen, entweder rustikal oder sogar aus feinerem Stoff für festliche Anlässe. Hosenträger komplettieren den angesagten Dandy-Style, und es gibt sie in vielen verschiedenen Formen.

Hosenträger als AccessoireBei unseren Protagonisten der "Peaky Blinders" fehlt noch die Begutachtung eines eher unscheinbaren Kleidungsstücks, dem Schuhwerk. Obwohl für das Wohlbefinden sehr wichtig, wird den Schuhen oft zu wenig Bedeutung beigemessen. Die Gangster Thomas und Arthur Shelby tragen geschnürte schwarze Boots aus robustem Leder und versinnbildlichen dadurch ihre harte und gleichzeitig coole Art. Mit diesen Schuhen ist alles möglich. Sie sind für jede Bodenbeschaffenheit und jedes Wetter geeignet und nahezu nicht kaputt zu bekommen. Da die Farben eher dunkel gehalten sind, fällt auch Schmutz weniger auf.

In den 60er- Jahren nimmt die Stiefelmode den Trend der klobigen aber praktischen Fußbekleidung wieder auf. Die "Hudson Stiefel" oder die "Chelsea Boots" würden auch heute noch in die Serie "Peaky Blinders" passen.

Unser Gangsterjäger Chester Campbell trägt im Gegensatz zu den Shelby-Brüdern schwarze Lederschuhe, die im Dandy-Style gearbeitet sind. Es gibt auch die sogenannten "Spectators", zweifarbige Halbschuhe, bei denen die Spitze und die Ferse in der Regel in derselben Farbe gearbeitet sind. Mit einer kleinen Schnürung versehen und spitz geschnitten, wirken sie sehr vornehm.

Edle Herrenschuhe Heute ist der elegante Herrenschuh einfarbig schwarz oder braun und meistens ebenfalls geschnürt. Die bequemere Variante ist der Leder-Slipper, der von vielen Männern bevorzugt wird, da leicht in ihn hineingeschlüpft werden kann. Wie bereits erwähnt, ist der Dandy-Style in bestimmten Kreisen angesagt und deshalb werden auch wieder vermehrt 2-farbige Halbschuhe hergestellt.

Ein eigentlich unbedeutender Klassiker, der auch von unseren Protagonisten getragen wird, ist das weiße Unterhemd mit breiten Trägern, dass auch heute noch als männlich und cool angesehen wird.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass Ähnlichkeiten in der Mode zu jeder Zeit vorhanden sind. Geprägt durch die äußeren Umstände und dem entsprechenden Zeitgeist ändert sich auch immer wieder die Bekleidung. Aber jede Moderichtung findet Liebhaber, die sich nicht daran halten ob ihr Style gerade angesagt ist, oder ob er einer vergangenen Zeit angehört. Und das ist gut so.

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