Neues Jahr, Neue Vorsätze

| AUTOR/IN DIESES BEITRAGS Philip Lücke | pro-manschettenknoepfe.de |

Neues Jahr, Neue Vorsätze - Aber wie hält "Mann" sie ein?

Jedes Jahr aufs Neue bemüht "Mann" sich: Die guten Vorsätze werden noch vor der Silvesterfeier zurechtgelegt, beim dritten Glas klingen sie umso glaubwürdiger und schließlich steht gegen Mitternacht der Entschluss fest (und was für ein felsenfester Entschluss das ist!), nächstes Jahr alles anders zu machen. Die Tradition scheint schon Jahrtausende alt zu sein und auch das Überliefern des „Scheiterns an sich selbst“ ist überliefert.

Wir wollen uns ändern und tragen somit zur Selbstoptimierung bei. Es geht nicht nur um Leistung, sondern auch darum, jeden Tag ein bisschen besserer Mensch zu werden. Schlechte Angewohnheiten sollen abgelegt werden. Die eigene Gesundheit und das eigene Verhalten spielen wieder eine größere Rolle. Und damit "Mann" einen Anreiz hat, formuliert er sich eben an Silvester seine guten Vorsätze. Zumeist wird kläglich gescheitert, aber auch das wird schnell vergessen.

Wäre es jedoch nicht viel wünschenswerter, einfach nicht an sich selbst zu scheitern? Wie "Mann" das anstellen kann, ist hier zu erfahren.

Warum gute Vorsätze überhaupt gut klingen

Der erste Januar ist ein verheißungsvoller Tag: Ein Steuerjahr ging zu Ende, ein Kalenderjahr ist abgeschlossen und der Planet beginnt die Reise um die Sonne erneut. Zeit also, sich neue Pläne und Wünsche zu formulieren.
Die guten Vorsätze sind dabei eine fast schon logische Konsequenz, denn schließlich hat jeder das ein oder andere Problemfeld, an dem er gerne arbeiten würde. Wer ist schon perfekt, nicht wahr?

Der erste Januar ist entsprechend der Tag der Veränderung. Zudem ist er kulturell bedingt auch ideal, um die guten Vorsätze wirklich zu verinnerlichen: Meist haben alle Geschäfte geschlossen und traditionell ist dieser Tag - zumindest nach einer ausführlicheren Feier am Vorabend - eher kurz. Die wenigen Stunden bei wachem Verstand lassen einen glauben, dass wirklich alles geschafft werden kann.
Schließlich ist der Mensch im Grunde ja ein Optimist. So ist es etwa so, dass Menschen die Lotterie bemühen, obwohl die Chance auf den Jackpot geringer ist als diese, von einem Blitz getroffen zu werden. Weil aber vom Blitz getroffen zu werden so unschön klingt, wird stattdessen auf den Jackpot gehofft.
Außerdem gibt uns der Wille zur Veränderung das Gefühl, die Kontrolle zu haben. Für den Moment glauben wir also, dass wir unser Leben selbst bestimmen können. Und das ist grundsätzlich ein richtiges und gutes Gefühl, das jeder haben sollte. Das Problem liegt ja auch gar nicht darin, dass "Mann" etwas nicht will, sondern dass er es einfach nicht schafft.

Arten von guten Vorsätzen

Je schwieriger gute Vorsätze umzusetzen sind, desto leichter scheitert man an ihnen - könnte man zumindest meinen. Doch eigentlich spielt das nur eine geringfügige Rolle. Es geht letzten Endes nur um den Willen und die Machbarkeit.

Zwei grundsätzliche Arten von Vorsätzen lassen sich unterscheiden: Die des "mehr von..." und die des "weniger bis gar nichts mehr von...". Letzteres betrifft typische Gewohnheiten oder Laster, wie etwa das klassische Beispiel mit dem Rauchen. Ersteres meint vor allem Dinge, die für einen selbst als gut definiert sind. Dies kann das Pflegen bestimmter Sozialkontakte, das Pflegen des eigenen Stils, oder etwa mehr Sport betreiben, meinen.

Der Unterschied besteht darin, dass für die Verzichtvariante die Willenskraft vonnöten ist, etwas nicht zu tun. Für die Vorhabenvariante ist es hingegen nötig, die Willenskraft (und Energie) aufzubringen ist, auf etwas einen größeren Fokus zu legen.
Gute Vorsätze bedeuten immer Selbstregulierung - womit wieder die Selbstoptimierung ins Spiel kommt - und bedeuten damit immer Arbeit an sich selbst. Und genau das ist der Knackpunkt.

Was die Einhaltung erschwert: ein Ausflug in die Psychologie

Der Mensch hat einen grundlegenden Nachteil: Er ist ein Gewohnheitstier, das gleichzeitig als relativ suchtaffin zu bezeichnen ist. Keine andere Spezies liebt es mehr, sich selbst mit dem eigenen Verhalten zu schaden. Schließlich sind wir zumeist in der Annahme, dass etwas ohne gesundheitlichen Nutzen genossen würde.
Und das ist auch gut so: Edle Getränke, schönes Rauchzeug und Extremsport, bereichern das persönliche und kulturelle Leben sowie den persönlichen Alltag. Es ist gewissermaßen dem Menschsein zu verdanken, dass es überhaupt Laster gibt.

Meistens handelt es sich bei den guten Vorsätzen allerdings um Dinge aus genau diesem Spektrum. Der Verzicht fällt dabei schwer, weil die Tätigkeit mit positiven Assoziationen (Rauchen in Gesellschaft etc.) verbunden ist. Möchte "Mann" trotz dessen mit dem Rauchen aufhören, wird ihm sein Alltag im Wege stehen. Das Rauchen ist und war nun einmal ein Ritual. Wer mit dem Rauchen aufhören möchte, trennt sich ja nicht primär von einer Last, sondern von einer geliebten Angewohnheit. So verhält es sich bei allen Dingen, auf die "Mann" in Zukunft verzichten will.

Ähnlich ist es bei dem Wunsch, Gefühle oder Dinge intensiver wahrzunehmen. Wir nehmen an dieser Stelle einmal den guten Stil: Sich gut anzuziehen ist die eine Sache. Aber wer zwar schick im Sozialen agiert, bisher aber weniger auf Details, wie zum Beispiel die richtige Krawattennadel bei der Arbeit oder anlassbezogene Manschettenknöpfen, geachtet hat, wird sich schwertun. Schließlich müsste er zum Pflegen seines Stils mehr Arbeit in Details stecken, was mit mehr Zeitaufwand verbunden ist.
Es geht hierbei um Ressourcen und Opportunitätskosten: “Mann“ hat immer mehrere Optionen und oftmals wird der bequemste Weg gewählt, weil das eben ausreichend ist. Dass “Mann“ einmal den Gedanken hatte, etwas wirklich zu kultivieren, ist dann schnell vergessen.

Die Gute Nachricht aber ist: Nichts und niemand ist zum Scheitern verurteilt. Mit der Grundannahme, dass der unbedingte Wille entscheidend bei den guten Vorsätzen ist, soll sich nun den weiteren Strategien gewidmet werden.

Was "Mann" tun kann, um die neuen Vorsätze zu wahren

An dieser Stelle soll mit Tipps zum Verzicht begonnen werden. So bedeutet Verzicht eine unbedingte Tätigkeit, die keine Ausreden zulässt. Sich an die eigene Regel aufgrund einer etwaig gearteten Ausnahme (treffender wäre hier: Ausrede) nicht zu halten, kann gern als Scheitern definiert werden. Der Stichtag 1. Januar sollte daher wirklich der Tag sein, an dem ohne Wenn und Aber damit begonnen wird aufzuhören.

Hierfür kann eine Zielsetzung hilfreich sein: Nach X Tagen kann "Mann" sich dann selbst belohnen. Dann wird ein neuer Zeitraum, an dessen Ende eine Belohnung wartet, festgelegt und so weiter...
Und irgendwann ist der Stolz, es geschafft zu haben, Lohn genug. Der Punkt ist, dass ein Verzicht oder ein Reduzieren von einer Sache, zu Anfang immer eine Art des persönlichen Verlustes bedeutet. Dieser muss unter Umständen kompensiert werden. Das Gute ist, dass diese Kompensation direkt mit den anderen Vorsätzen kombiniert werden kann.

Beispiel: Die Vorsätze bestanden darin, das Rauchen von Zigaretten aufzugeben und gleichzeitig ein wenig mehr auf die Garderobe zu achten. Nun ist es ja so, dass Zigaretten Geld kosten und auch die Details der eigenen Garderobe Geld kosten. Wie schön wäre es für ihn also, wenn “Mann“ den guten Vorsatz “Mehr“ auf die Garderobe zu achten mit dem Vorsatz „Weniger“ zu rauchen finanziert?
Das eingesparte Geld könnte auch wunderbar in Manschettenknöpfen , eine gute Fliege und Krawattennadeln investiert werden. Und das Beste daran ist, dass "Mann" so genau im Blick behält, warum er sich an seine eigenen Neujahrsvorsätze halten möchte.

Entscheidend ist für den Erfolg mit den guten Vorsätzen, dass Sinn und Ziel des Vorhabens feststehen müssen. Einfach mit etwas aufzuhören und gar nicht zu wissen, warum eigentlich, ist nicht produktiv. Schließlich muss sich selbst gegenüber erklärt werden können, warum auf etwas verzichtet wird. Dies liegt daran, dass das eigene Unterbewusstsein ja stark in die aufgegebenen Laster verliebt ist.

Bei den Vorsätzen, die auf das Intensivieren von guten Dingen konzentrieren, ist es derweil genauso. So muss einem ständig vor Augen bleiben, warum genau das gewollt ist. Aus dem Vorhaben muss etwas Positives für das persönliche Leben erwachsen können. Kann dem Vorhaben nichts Positives abgewonnen werden, kann "Mann" es auch gleich lassen.

Die Dinge nur des Tuns willen zu machen, ist nämlich reine Selbstgeißelung. Das Scheitern ist hier vorprogrammiert. Außerdem kommt dann ein weiter Eckstein bei der Strategie zum Zuge: Nämlich “kleine Brötchen zu backen“.

Es gibt Vorhaben, die nicht an einem 31. Dezember in Stein gemeißelt werden können. Das sind all die Vorhaben, deren Scheitern "Mann" schon kommen sieht, weil er diese Problembeseitigung schon öfter in Angriff genommen hat. Hier ist vielleicht eine längere Bedenkzeit vonnöten. Das Gute ist ja, dass jeder Tag des Jahres die Chance bietet das eigene Leben zu ändern und sich selbst zu verbessern.

Kleine Brötchen zu backen bedeutet auch, Stück für Stück, Jahr für Jahr, an sich zu arbeiten. Zwei oder drei gute Vorsätze reichen aus. Und das Leben gibt einem ohnehin genug Gründe, um neue Vorsätze zu formulieren. Und diesen wenigen guten Vorsätzen widmet “Mann“ sich anschließend voll und ganz und muss selbst sehen wie weit er kommt.

Es empfiehlt sich zu bedenken, welchen Vorteil das Einhalten der guten Vorsätze mit sich bringt und inwieweit die Enttäuschung, sollte “Mann“ scheitern, reichen kann. Hier ist dann ein jeder in der Pflicht, sein Leben selbst zu bestimmen. Und ganz wichtigste ist natürlich, sich selbst verzeihen zu können, wenn etwas nicht gelingt.

Das neue Jahr wird so viele Überraschungen mit sich bringen und wenn “Mann“ sich auf gute Vorsätze vorbereitet und wirklich will, können diese auch erreicht werden!

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